Geschichte Hildesheims

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An der Stelle, wo der uralte West-Ost-Handelsweg Hellweg (heute etwa Bundesstraße 1) die Innerste querte, bestand vermutlich schon in vorfränkischer Zeit eine Siedlung und ein Heiligtum.

Eine frühere Behauptung, Hildesheim habe im Jahr 577 Bennopolis geheißen, ist nicht haltbar, da der Zusatz in einer Pariser Handschrift offensichtlich gefälscht ist. Der Handelsweg, die Benennung nach einem Gründer namens Hildwin, aber auch andere Thesen für den Ursprung des Namens werden genannt.

Dabei ist die Namensentwicklung zu beachten (Zitat Brockhaus Multimedia 2002): „Der Name Hildesheim (so seit Anfang des 13. Jahrhunderts) ist verkürzt aus Hildinisheim (12. Jahrhundert), Hildeneshem (1022) und Hiltenesheim (1004) hervorgegangen. Er enthält den alten deutschen Personennamen Hildin oder Hildini (zu althochdeutsch hiltia, Kampf)“. Die Schreibung Hiltinesheim entspricht der althochdeutschen, die Form Hildeneshem der altsächsischen Form des Namens. Ursprünglicher Namensträger war möglicherweise die älteste Siedlung im heutigen Stadtgebiet, das Alte Dorf, von der die später gegründete Stadt den Namen übernahm.
Historisch wurde Hildesheim auch beim lateinischen Namen genannt: Hildesia.

Stadtgründung und Frühmittelalter

Ausgrabungen, die direkt nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Hildesheimer Annenfriedhof durchgeführt wurden, weisen darauf hin, dass sich schon im 8. Jahrhundert eine Missions- oder Taufkapelle auf dem späteren Hildesheimer Domhügel befand. Wenig später erfolgte der Ausbau Elzes, des karolingischen Vorpostens im ostfälischen Gebiet. Womöglich war Elze zunächst auch als Bistumsstandort vorgesehen, da Teile dieses Vorpostens des späten 8. Jahrhunderts unter dem Patrozinium des Apostels Petrus standen. Elze (etwa 19 km westlich des heutigen Hildesheim) wurde als Verweis auf die kaiserliche Macht Aula Caesaris, kurz Aulica genannt. Die günstigere Lage der Stadt gab aber wohl den Ausschlag, so dass das Bistum im Jahr 815 von Ludwig dem Frommen auf dem Gebiet des heutigen Hildesheim gegründet wurde. Das Bistum wurde der Gottesmutter Maria geweiht (siehe auch Gründungssage).

Als die ersten Bischöfe des neugegründeten Bistums gelten Gunthar und Rembert. Mit Ebo bestieg im Jahr 845 der ehemalige Erzbischof von Reims den Hildesheimer Bischofsstuhl. Ebo war zwischen die Fronten innerfränkischer Konflikte geraten und muss seine Versetzung nach Hildesheim sicherlich als abwertend empfunden haben. Trotzdem erscheint es wahrscheinlich, dass das junge Hildesheimer Bistum in erheblichem Maß von seinen Kontakten zum fränkischen Reims profitierte. So bezeichnet ein Hildesheimer Verbrüderungsverzeichnis die Reimser Kirche als Mater in canonica instutione. Unter Bischof Altfrid wurde der erste Dom errichtet. In Bischof Bernward Amtszeit fällt die Erweiterung des Bereichs der Domburg, die sich nun durch die um das Jahr 1000 errichtete Mauer und im Jahr 1010 erbaute Michaeliskirche erweiterte. Zwischen Dom und Michaeliskirche lag der Alte Markt. Die Domburg ist noch heute in der Anlage des Domhofs erkennbar.

Im Zuge der stadtgeschichtlichen Entwicklung wurde die sich vor allem um St. Andreas bildende Handwerker-, Händler- und Bürgerstadt Hildesheim in den Jahrhunderten nach der Gründung zu einem bedeutenden Gemeinwesen. 1167 war Hildesheim eine nahezu vollständig ummauerte Marktsiedlung. 1217 wurde erstmals ein Rathaus erwähnt.

Unmittelbar neben der Altstadt entstanden 1196 die bischöfliche Dammstadt und wenig später – die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1221 – die dompröpstliche Neustadt. Sowohl Damm- wie Neustadt waren im Gegensatz zur Altstadt planmäßige Gründungen bzw. Ansiedlungen, deren Regelmäßigkeit man verglichen mit der Altstadt noch im Straßenbild erkennen kann. Jede dieser Städte stellte ein in sich geschlossenes Gemeinwesen dar und wählte einen eigenen Rat. Aufgrund der Lage der Dammstadt direkt vor dem Westtor Hildesheim wurde sie von der größeren Stadt als Bedrohung und lästige Konkurrenz wahrgenommen. Gerade deswegen wurde der gesamten Stadt bereits in der Weihnachtsnacht 1332 gewaltsam ein Ende bereitet. Dieses Ereignis ist eng verknüpft mit der Doppelwahl auf den Hildesheimer Bischofssitz von 1331, durch die es zum Konflikt zwischen Heinrich von Braunschweig-Lüneburg, dem Kandidaten des Domkapitels, und Erich von Schaumburg, dem päpstlichen Kandidaten, kam. Nachdem die Stadt zuerst Heinrich unterstützt hatte, wechselte der Großteil des Rates 1332 auf die Seite Erichs über. Dieser Seitenwechsel war mit Versprechungen Erichs an die Stadt verbunden, die auch die Dammstadt betrafen.[19] Ob die Hildesheimer Bürger oder die Truppen Erichs hauptverantwortlich für den eigentlichen Überfall waren, ist in der Forschung umstritten.

Das gewachsene Selbstbewusstsein der Stadt spiegelte sich auch schon beim Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert wider. So ist 1298 ein Stadtsiegel mit der Umschrift Sigillum Burgensium de Hildensem (Siegel der Bürger von Hildesheim) überliefert. Nur zwei Jahre später gaben sich die Hildesheimer Bürger auch ein eigenes Stadtrecht. Dies offenbart die bischöflichen Ohnmacht und war Zeichen, dass der Bischof einen Großteil seiner Macht über die Altstadt de facto abgegeben hatte. Zu diesem Zeitpunkt war die topographische Entwicklung der Stadt bereits abgeschlossen. Ihre Grenzen waren abgesteckt und sie war im Wesentlichen befestigt. Die wechselhaften Beziehungen zwischen dem rechtmäßigen Stadtherren, dem Bischof, und seinen sich immer weiter emanzipierenden Untertanen, den Bürgern und ihrem Rat, stellten auch bis zum Ausgang des Mittelalters eine Konstante der Stadtgeschichte da. Nach dem Aufruhr der Zünfte gegen den Rat von 1343 wurden sie seit 1345 am Stadtregiment beteiligt.

Auch nach außen hin knüpfte Hildesheim Kontakte, vor allem zu anderen Städten aus der unmittelbaren Umgebung. Diese Verbindungen sollten zum einen den autonomen Status der Stadt absichern, als auch den regionalen Handel fördern. Sicherlich eingeschränkter ist die überregionale Vernetzung der Stadt einzuschätzen. ennoch nahmen 1367 Vertreter Hildesheims am Kölner Städtetag teil und unterstrichen damit die Teilhabe Hildesheimer Kaufleute an hansischen Privilegien.
(Quelle:Wikipedia)

Hildesheim besaß bis ins 15. Jahrhundert hinein noch ein sehr dörflich geprägtes Aussehen. Unserer Vorstellung von einer dicht besiedelten Fläche, mit einem Mauerring drumherum, entsprach Hildesheim nicht. Es gab innerhalb der Stadtgrenze größere Weideflächen, und noch unbebaute Grundstücke, wo sehr wahrscheinlich auch Obst und Gemüseanbau oder Viehaltung stattfand, bis diese Flächen bebaut wurden, aufgrund des zunehmenden Bevölkerungswachstum im 13. Jahrhundert. Die Hauptstraßen, die Nord-Süd und Ost-West Achse waren sicherlich dichter bebaut, wo dann auch Gasthöfe, Garküchen, Häuser von Handwerkern und Kaufleuten standen. Auch der erste und zweite Marktplatz Hildesheim rund um die St. Andreaskirche und später dann der große Markt vor dem altehrwürdigen Rathaus, waren rundum bebaut mit Gildehäusern und mit den Wohn und Geschäftshäusern der wohlhabenden Fernhändlern und Ratsherrenfamilien.
Das mittelalterliche Wohn- und Geschäftshaus war meistens mit der Giebelseite zur Straße hin ausgerichtet, und im Erdgeschoss befand sich dann die Werkstatt oder die Geschäftsräume der Kaufleute und Handwerker. Die Fensterläden konnten dann zu einer Auslage heruntergeklappt werden, so das jeder Fußgänger von der Straße aus, das Warenangebot besichtigen konnte.

Ab ca. 1310 war der Mauerring um die Altstadt nahezu geschlossen. Die Mauer wurde dann aber im späteren Verlauf immer wieder verstärkt und ausgebaut. So das sie an einigen Stellen 4 Meter hoch, mit einem Wehrgang und Zinnen gekrönt war und 2 Meter dick gewesen ist.

Ein anschaulicher Artikel zum Thema „Burghügel und Motten“ in Hildesheim dürfen wir an dieser Stelle zeigen:
Hans-Wilhelm Heine,
Unbekannte Burghügel und Motten östlich von Hildesheim

Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt durch:

Martina Holdorf
Redaktionsbüro „Burgen und Schlösser“
Philippsburg – 56338 Braubach
Europäisches Burgeninstitut – Einrichtung der Deutschen Burgenvereinigung e.V.

St. Georgen (auch: St. Georgii) war eine kleine Kirche in der Altstadt von Hildesheim, von der keine baulichen Reste erhalten sind. Sie wurde um 1220 als Filialkapelle von St. Andreas an der Ostseite der Osterstraße gegenüber der Einmündung der Markstraße erbaut. Um 1300 wurde die St.-Georgii-Bäuerschaft, eine der sechs Altstädter Bäuerschaften, nach ihr benannt. 1368 erhielt das Kirchlein einen Chor, 1500 einen Turm. Mit der Einführung der Reformation in Hildesheim wurde St. Georgii lutherische Pfarrkirche. In der Kirche wurden Vertreter von Bürgerschaft und Adel bestattet; nördlich von ihr befand sich ein Friedhof.